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Figur

Peter Pan

J. M. Barrie (1860–1937) · erster Auftritt: The Little White Bird, 1902

Der Junge, der fliegen kann und nie erwachsen wird, und sein Nimmerland mit Kapitän Hook, dem Krokodil und der Fee Glöckchen.

  • Typ Kind
  • Typ Trickster
  • Motiv Nie erwachsen werden
  • Motiv Die Reise in eine andere Welt
  • Motiv Der ebenbürtige Gegner
  • Epoche Edwardianisches England
Arthur Rackham zu „Peter Pan in Kensington Gardens“ (1906)
Arthur Rackham zu „Peter Pan in Kensington Gardens“ (1906)Arthur Rackham, 1907 · Public domain · Commons

Die Figur

Peter Pan kann fliegen und will nicht erwachsen werden. Eines Nachts holt er Wendy, John und Michael Darling aus ihrem Londoner Kinderzimmer nach Nimmerland, zu den Verlorenen Jungs. Dort kämpft er gegen Kapitän Hook, dem ein Krokodil mit einer verschluckten Uhr nachstellt, und die eifersüchtige Fee Tinker Bell, auf Deutsch Glöckchen, stiftet Unheil und rettet ihm doch das Leben. Am Ende kehren die Kinder heim; Peter bleibt.

Barrie liess Peter mehrmals zur Welt kommen: zuerst 1902 in einigen Kapiteln des Romans The Little White Bird, dann am 27. Dezember 1904 auf der Bühne des Duke of York’s Theatre in London, 1906 als Bilderbuch Peter Pan in Kensington Gardens mit Arthur Rackhams Farbtafeln und 1911 als Roman Peter and Wendy. Das Textbuch des Stücks erschien erst 1928.

Wie Peter entstand

Barrie erfand Peter in Geschichten für die Söhne seiner Freundin Sylvia Llewelyn Davies. George und Jack hatte er in Kensington Gardens kennengelernt, bei Ausflügen mit ihrem Kindermädchen Mary Hodgson und dem kleinen Peter; er tanzte mit seinem Hund Porthos, wackelte mit den Ohren, und die Jungen nannten ihn „Uncle Jim“. Den Namen hat die Figur von Peter Llewelyn Davies und vom Hirtengott Pan. In Barries Landhaus Black Lake Cottage spielten George, Jack und Peter Schiffbrüchige, die auf einer Insel gegen Piraten kämpfen, und Barrie machte daraus 1901 ein Fotobuch, „The Boy Castaways“.

Der erste Peter ist kein Junge, sondern ein Säugling. In „The Little White Bird“ (1902), einem Roman für Erwachsene, fliegt er mit sieben Tagen aus dem Fenster zurück in die Kensington Gardens, denn wie alle Säuglinge war er noch halb ein Vogel. Dort erfährt er von der Krähe Solomon Caw, dass er kein Vogel mehr ist und nicht mehr fliegen kann, fährt in einem Drosselnest über den Serpentine und spielt den Feen die Panflöte. Als er endlich heimwill, ist das Fenster vergittert und ein anderes Kind liegt in seinem Bett. Diese Kapitel erschienen 1906 als Kinderbuch „Peter Pan in Kensington Gardens“, mit Rackhams Tafeln.

Das Stück, zuerst schlicht „Anon: A Play“, erzählt eine andere Geschichte, mit einem älteren Peter. Arbeitstitel waren unter anderem „The Boy Who Hated Mothers“; aus Barries Vorschlag „The Boy Who Couldn’t Grow Up“ machte der Produzent Charles Frohman „Wouldn’t“. Den Peter spielte in London 1904 Nina Boucicault, am Broadway 1905 Maude Adams, die mit der Rolle zur erfolgreichsten Schauspielerin Amerikas wurde.

Das Kinderzimmer und die Jungen

Die Llewelyn Davies verloren früh beide Eltern: Arthur starb 1907, Sylvia 1910. Barrie wurde einer der Vormünder der fünf Söhne und kam für Wohnung und Ausbildung auf. George fiel 1915, Michael ertrank 1921 in Oxford, und Peter, sein Leben lang „der echte Peter Pan“, nahm sich 1960 das Leben.

1912 liess Barrie ohne Ankündigung und ohne Erlaubnis eine Bronze von George Frampton in Kensington Gardens aufstellen, an der Stelle, wo Peter im Buch landet — die Kinder sollten glauben, die Feen hätten sie gebracht. Er hatte sich einen Peter nach einem Foto von Michael gewünscht; Frampton nahm ein anderes Modell, und Barrie fand, die Figur zeige „nicht den Teufel in Peter“. Ein Foto der Statue zeigen wir nicht: Frampton starb 1928, die Statue ist frei, aber gemeinfreie Fotos von ihr sind hier nicht geprüft.

Nach Barrie

1924 drehte Herbert Brenon für Paramount den ersten Film, mit Betty Bronson, die Barrie selbst für die Rolle wählte, und mit Anna May Wong als Tiger Lily. Walt Disney sah ihn, und der Film regte ihn zu seinem Zeichentrickfilm von 1953 an. Der Stummfilm galt lange als verloren, bis in den 1950er-Jahren eine Kopie in Rochester auftauchte.

Was davon frei ist, und was nicht

Barrie starb 1937; seine Texte sind in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich frei, ebenso Rackhams und F. D. Bedfords Bilder. In den USA ist der Roman von 1911 lange frei, das 1928 gedruckte Stück seit 2024.

Eine Besonderheit gibt es nur in Grossbritannien. Barrie schenkte die Rechte 1929 dem Great Ormond Street Hospital für Kinder, und ein Gesetz von 1988 gibt dem Spital seither ohne Ablaufdatum Tantiemen, wenn das Stück dort aufgeführt, veröffentlicht oder gesendet wird. Verbieten kann es nichts; es bekommt einen Anteil.

Der Film von 1924 ist in den USA seit 2020 frei; in der Schweiz zählt beim Film der Regisseur, und Herbert Brenon starb 1958. Nicht frei ist Disneys Peter Pan von 1953, und vor allem nicht Disneys Tinker Bell.

Aus dem Text

Wörtlich aus der gemeinfreien Fassung — frei zum Zitieren, Vorlesen und Weiterverwenden.

If you ask your mother whether she knew about Peter Pan when she was a little girl she will say, “Why, of course, I did, child,”
Der Anfang des Kapitels „Peter Pan“. „The Little White Bird“ (1902), Kapitel XIV
“You will be a Betwixt-and-Between,” Solomon said, and certainly he was a wise old fellow, for that is exactly how it turned out.
Die Krähe Solomon Caw zum Säugling Peter, der nicht mehr fliegen kann. „The Little White Bird“, Kapitel XIV
All children, except one, grow up.
Der erste Satz von „Peter and Wendy“ (1911), Kapitel I, Peter Breaks Through
‘Second to the right,’ said Peter, ‘and then straight on till morning.’
Peters Adresse. „Peter and Wendy“, Kapitel III, Come Away, Come Away!
‘You see, Wendy, when the first baby laughed for the first time, its laugh broke into a thousand pieces, and they all went skipping about, and that was the beginning of fairies.’
Peter erklärt Wendy die Feen. „Peter and Wendy“, Kapitel III
In person he was cadaverous and blackavized, and his hair was dressed in long curls, which at a little distance looked like black candles, and gave a singularly threatening expression to his handsome countenance.
Kapitän Hook. „Peter and Wendy“, Kapitel V, The Island Come True
‘To die will be an awfully big adventure.’
Peter allein auf dem Felsen in der Lagune. „Peter and Wendy“, Kapitel VIII, The Mermaids’ Lagoon
‘If you believe,’ he shouted to them, ‘clap your hands; don’t let Tink die.’
Tinker Bell hat Gift getrunken. „Peter and Wendy“, Kapitel XIII, Do You Believe in Fairies?
It is only the gay and innocent and heartless who can fly.
Die erwachsene Wendy zu ihrer Tochter Jane. „Peter and Wendy“, Kapitel XVII, When Wendy Grew Up

Mehr Bilder, alle gemeinfrei

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J. M. Barrie, gemalt von William Nicholson, 1904
J. M. Barrie, gemalt von William Nicholson, 1904William Nicholson, 1904 · Public domain · Commons

Was davon frei ist

Nicht die Figur ist frei oder geschützt, sondern jede Schicht für sich: der Text, die Zeichnungen, eine Übersetzung, ein Film, eine Marke. Die Tabelle zerlegt das, mit Beleg je Zeile.

SchichtCHDEATUS
Das Theaterstück „Peter Pan, or The Boy Who Wouldn’t Grow Up“J. M. Barrie († 1937) · uraufgeführt 1904, gedruckt 1928In Grossbritannien bekommt das Great Ormond Street Hospital für Kinder zeitlich unbegrenzt Tantiemen, wenn das STÜCK aufgeführt, veröffentlicht oder gesendet wird — Barrie hatte ihm die Rechte 1929 geschenkt. Das ist ein Anspruch auf Vergütung, kein Verbot, und er gilt nur im Vereinigten Königreich.Copyright, Designs and Patents Act 1988, Schedule 6freifreifreifrei seit 2024
Der Roman „Peter and Wendy“J. M. Barrie († 1937) · 1911Peter Pan (play and novel)freifreifreifrei
Die 50 Farbtafeln zu „Peter Pan in Kensington Gardens“Arthur Rackham († 1939) · 1906Peter Pan in Kensington Gardensfreifreifreifrei
Die Tafeln zu „Peter and Wendy“F. D. Bedford († 1954) · 1911Francis Donkin Bedford (Q1441469)frei seit 2025frei seit 2025frei seit 2025frei
Die Bühnenfotos von Maude AdamsOtto Sarony Co. und Halls, New York · 1905–1906Die Aufnahmen sind 120 Jahre alt, die Fotografen nicht namentlich bekannt. Commons führt sie als gemeinfrei.Maude Adams as Peter Pan and Mildred Morris as Wendy 1906.jpgfreifreifreifrei
Der Stummfilm von ParamountHerbert Brenon (Regie, † 1958) · 1924Peter Pan (1924 film)geschützt bis Ende 2028geschützt bis Ende 2028geschützt bis Ende 2028frei seit 2020
Disneys Peter Pan und Disneys Tinker BellWalt Disney Productions · 1953Frei ist Barries Fee, nicht Disneys. Disneys Tinker Bell ist bis heute ein Aushängeschild der Firma; ihr Aussehen nachzuahmen heisst, Disney nachzuahmen.Tinker Bellgeschütztgeschütztgeschütztgeschützt bis Ende 2048

Gerechnet für das Jahr 2026. CH, DE, AT: 70 Jahre nach dem Tod, gerechnet ab dem 31. Dezember; USA: bis 1977 veröffentlicht: 95 Jahre ab Veröffentlichung (17 U.S.C. § 304); bis 1963 bei US-Werken nur mit erneuerter Registrierung, ausländische Werke sind seit 1996 auch ohne Erneuerung geschützt (§ 104A). „frei" ohne Jahr heisst: frei, aber das Jahr folgt nicht sicher aus der heutigen Regel, weil die Fristen früher kürzer waren. „offen" heisst: die Rechnung reicht nicht, der Grund steht in der Zeile.

Daraus wurde schon gemacht

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Quellen

Stand 30. September 2026. Wikidata: Q107190. Keine Rechtsberatung — wie wir prüfen.